Zahnschmerzen bei Katzen erkennen und behandeln

Author: Dilara Katharina Kundler
dilarakatharina.kundler@allianz.de

Hat Fritz Zahnschmerzen? Begleiten Sie Berna und ihren Kater auf tierischer Spurensuche.

Hat Fritz Zahnschmerzen?

„Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk“, sagte einst Leonardo da Vinci. Doch selbst diese kleinen Meisterwerke haben ihre empfindliche Seiten: zum Beispiel Zahnschmerzen. So erging es auch Fritz, einem jungen rothaarigen Kater, der für seine Vorliebe bekannt ist, alles anzuknabbern, was ihm unter die Pfoten kommt: Grashalme, Äste und sogar die Haare unserer Kundin Berna. Besonders wenn sie morgens nicht schnell genug aufsteht.

In letzter Zeit fiel Berna auf, dass Fritz immer intensiver an harten Ecken knabberte: an Fensterbänken, ihrem Klavier und dem Tisch. Das war selbst für Fritz ungewöhnlich und ließ sie besorgt aufhorchen. „Hat mein Kater Zahnschmerzen? Oder ist er einfach nur gestresst?“ Sie wusste es einfach nicht. Also beschloss sie, mit Fritz zum Zahnarzt in Berlin-Pankow zu gehen. Natürlich nicht ohne seine Schwester Emmi: Sie durfte als moralische Unterstützung mit. Denn eines mochte Fritz so gar nicht: Tierärzte. Dort angekommen, wollte er von einer Untersuchung absolut nichts wissen. Er warf sich in seine Rolle als furchtloser Stubentiger und wehrte sich gegen jeden, der versuchte, ihm zu nahe zu kommen. Mit Fauchen, Knurren, Schnalzen und wildem Schwanzwedeln machte er unmissverständlich klar: Bis hierhin und keinen Schritt weiter! Und der rote Kerl hatte ganz schön Autorität. Am Ende stand er mitten auf dem Behandlungstisch, machte auf „König der Löwen“ und fünf Erwachsene drum herum trauten sich nicht an ihn heran.

Und schon mal vorweg: Es beschleicht uns die Vermutung, dass Emmi sich genau in diesem Moment dachte: „Das möchte ich eines Tages auch können!“

Der dunkle Fleck auf dem Zahn

Der erste Besuch beim Zahnarzt fiel also ins Wasser. Doch Fritz’ bühnenreife Inszenierung hatte einen kleinen Vorteil: Mit weit aufgerissenem Maul gewährte er dem Arzt einen kurzen Blick hinter die Kulissen. Auf den ersten Blick schien alles unauffällig. Doch das Knabbern hörte einfach nicht auf. Eines Abends entdeckte Berna einen dunklen Fleck auf einem seiner Zähne. Plötzlich stand ein ganz anderer Verdacht im Raum: FORL. Von dieser schmerzhaften Zahnerkrankung hatte sie bereits im Internet gelesen. Zahnschmerzen? Bei Katzen? Oh ja! Und wie! FORL steht für Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen und zählt zu den schmerzhaftesten Zahnerkrankungen bei Samtpfoten.

“FORL ist eine ernsthafte Zahnerkrankung bei Katzen. Es ist wichtig, sie frühzeitig zu erkennen, um Schmerzen zu vermeiden und die Zähne zu retten.”

TIERARZT ENRICO RUBERTO

Typische Anzeichen für sind gerötetes Zahnfleisch, vermehrtes Speicheln oder Schwierigkeiten beim Fressen. Berna machte sich große Sorgen: Der dunkle Fleck auf Fritz’ Zahn sah für sie aus wie ein kleines Loch in einem Keks. Sie stellte sich schon vor, wie ihr Fritzchen bald als zahnloser Kater durchs Leben gehen müsste. So wie auf dem Foto oben.

Leider bleiben Zahnprobleme bei Katzen aber lange unentdeckt. Unsere schnurrenden Mini-Löwen sind nämlich wahre Meister darin, ihre Schmerzen zu verbergen. Oft verraten sie uns erst sehr spät, wenn ihnen etwas weh tut. Das liegt tief in ihrer Natur und macht es für uns Menschen umso schwieriger Warnsignale früh zu erkennen. Bis schließlich ein Tierarzt aufgesucht wird, ist die Erkrankung daher leider häufig schon weit fortgeschritten. Die Folge? Massiver Zahnstein, schwere Zahnfleischentzündungen, Schmerzen und beschädigte Zähne. Dies kann dazu führen, dass Zähne gezogen werden müssen, Entzündungen sich ausbreiten können und manche Katzen an Gewicht verlieren. Umso wichtiger ist es, auf erste Anzeichen zu achten und Zahnprobleme frühzeitig behandeln zu lassen.

Auf ein Neues, Fritz!

Berna wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. „Fritz muss erneut zum Doktor!“, dachte sie. Doch zu wem? Schließlich hatte er sich bisher von niemandem untersuchen lassen. Doch was sein muss, muss sein. Deshalb wagte sie einen weiteren Versuch. Diesmal besuchte sie die Tierarztpraxis: Rosin Tiergesundheit. Einen langjährigen Partner der Allianz Agentur David Patrick Kundler.

Dort nahm sich Enrico Ruberto, Tierarzt und Experte für Zahnmedizin, Zeit für Berna und ihre Sorgen. Das ständige Knabbern sei zwar ungewöhnlich, erklärte er, aber kein typisches Anzeichen für Zahnschmerzen. Im Gegenteil: Katzen mit schmerzenden Zähnen meiden harte Dinge eher. Der Grund ist einleuchtend: Beim Kauen entsteht Druck auf die empfindlichen Zähne und entzündeten Stellen im Maul. Das verursacht in der Regel zusätzliche Schmerzen. Deshalb präferieren sie eher weiches Essen. Ein echter Aha-Moment!

Enrico Ruberto wollte mehr wissen: „Speichelt Fritz? Frisst er nicht mehr richtig? Kratzt er sich häufig am Maul?“ Nichts davon traf auf Fritz zu. Trotzdem sind Zahnprobleme bei Katzen viel häufiger, als man denkt. Und wir wissen ja: Schmerzen zeigen unsere Stubentiger nur äußerst ungern und oft erst dann, wenn es richtig wehtut.

80%

aller Stubentiger über drei Jahre haben Zahnprobleme, doch nur 8% werden mit Zahnerkrankungen in der Sprechstunde vorgestellt

Quelle: DGT

Symptome von Zahnschmerzen bei Katzen

Enrico Ruberto erklärte Berna auch alle typischen Symptome, die auf Zahnschmerzen hindeuten. Dazu gehören übermäßiges Speicheln, Schwierigkeiten beim Fressen und das Vermeiden von hartem Futter:

Ein kleiner Selbsttest

  • Speichelt Ihre Katze vermehrt?
  • Kaut sie ihr Futter einseitig oder lässt es sogar fallen?
  • Verweigert sie die Nahrungsaufnahme?
  • Verliert Ihre Katze an Gewicht?
  • Zieht sie sich zurück und wirkt lethargisch?
  • Kratzt sie sich vermehrt mit der Pfote am Maul?
  • Hat Ihre Katze Mundgeruch?
  • Ist das Zahnfleisch gerötet?

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantworten, sollte Sie zur Sicherheit einen Tierarzt aufsuchen.

„Zahnschmerzen bei Katzen sind schwer zu erkennen. Achten Sie auf Symptome wie Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch oder Futterverweigerung.”

TIERARZT ENRICO RUBERTO

Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen

Nachdem Enrico Ruberto die typischen Symptome mit Berna besprochen hatte, ging es an die nächste große Frage: Was steckt eigentlich hinter Zahnschmerzen bei Katzen? Denn wenn es im Katzenmaul zwickt und zieht, kann so mancher Übeltäter dahinterstecken. Und der zeigt sich leider nicht immer auf den ersten Blick. Also hieß es: Lupe raus und einmal genauer hinschauen.

1
Zahnstein

Zahnstein entsteht unter anderem dann, wenn Futterreste an den Zähnen kleben bleiben und sich verhärten. Dieser Belag kann, wenn er nicht entfernt wird, zu schmerzhaften Entzündungen führen. Ganz besonders am Zahnfleisch.

2
Gingivitis

Wird Zahnstein nicht entfernt, kann sich das umliegende Zahnfleisch entzünden. Es wird rot, gereizt und kann schmerzen. Diese Zahnfleischentzündung nennt man Gingivitis.

3
Parodontitis

Wenn Gingivitis nicht behandelt wird, wird sie zur Parodontitis. Das bedeutet, dass nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch der Knochen, der den Zahn hält, betroffen ist. Beides zieht sich zurück, Zähne locker werden locker oder fallen aus.

4
FORL

Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen (FORL) steht für Zahnresorption, bei der Zahnhartsubstanz abgebaut wird. Das führt zu starken Schmerzen und auch Zahnverlust bei Katzen​. FORL ist eine der häufigsten Ursachen für Zahnprobleme.

Zahn um Zahn

Bei Fritz hatte Berna also FORL im Verdacht. Und damit eine wirklich schmerzhafte Zahnerkrankung. Übrigens: hierbei handelt es sich nicht um eine Art von Karies. Bei FORL beginnen körpereigene Zellen, sogenannte Odontoklasten, die Zahnhartsubstanz abzubauen. Der Zahn wird dabei nach und nach regelrecht aufgelöst. Das Tückische daran: FORL lässt sich mit bloßem Auge nicht immer erkennen. Und dass Kitty, Garfield & Co ihre Wehwehchen nur allzu gern verstecken, macht die Sache nicht leichter. Häufig sind zudem mehrere Zähne betroffen. Wie es zu der Erkrankung kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren werden als mögliche Auslöser diskutiert. Klar ist nur: FORL ist keine gewöhnliche Karies und für die betroffenen Tiere wirklich schmerzhaft.

Fritz zeigt endlich Zähne

Zurück zu Fritz: Enrico Rubertos ruhige und geduldige Art schien selbst den misstrauischen Kater zu überzeugen. Und tatsächlich: Zum ersten Mal ließ Fritz sich untersuchen, ganz ohne großes Theater. Vorsichtig nahm der Tierarzt seine Zähne ins Visier und entdeckte eine leichte Entzündung an einem Zahn. Dann die erste Erleichterung für Berna: Der dunkle Fleck war kein Loch, sondern Zahnstein. Ganz vom Tisch war ihre Sorge damit allerdings noch nicht. Es könnte sich um ein frühes Stadium von FORL handeln, erklärte Enrico Ruberto. Andere Ursachen kamen ebenfalls infrage. Die gute Nachricht: Zum Zeitpunkt der Untersuchung hatte Fritz offenbar keine Zahnschmerzen.

„Kokosöl hat antibakterielle Eigenschaften und kann helfen, die Zahngesundheit von Katzen zu fördern. Einfach auf Zähne und Zahnfleisch einreiben​.”

TIERARZT ENRICO RUBERTO

Ein Zahn unter Verdacht

FORL ist im frühen Stadium nicht immer leicht zu erkennen, mit bloßem Auge erst recht nicht. Deshalb riet Enrico Ruberto Berna zunächst dazu, Fritz’ Entzündung genau im Blick zu behalten. In seinem Fall bestand zu diesem Zeitpunkt kein Anlass für eine sofortige Untersuchung unter Narkose. Stattdessen vereinbarten sie einen Kontrolltermin in zwei Monaten. Bis dahin hieß es: beobachten. Enrico Ruberto bot Berna an, ihm regelmäßig Fotos von Fritz’ Zahnfleisch zu schicken. So konnte er verfolgen, ob sich die Entzündung veränderte. Fritz stand also ab sofort unter zahnärztlicher Beobachtung.

Tatort Katzenmaul

Bei Zahnschmerzen beginnt für den Tierarzt echte Detektivarbeit. Denn was sich im Katzenmaul abspielt, liegt längst nicht immer offen auf dem Tisch. Manchmal sieht ein Zahn von außen völlig unschuldig aus, während sich unter dem Zahnfleisch bereits einiges zusammenbraut. Genau hier kommt das Dentalröntgen ins Spiel: Es macht sichtbar, was dem bloßen Auge verborgen bleibt. Ist der Übeltäter gefunden, geht es ihm an den Kragen. Zahnstein und Zahnbelag werden entfernt, stark geschädigte Zähne müssen manchmal weichen. Wurde ein Zahn gezogen, wird anschließend kontrolliert, ob alles vollständig entfernt wurde. Je nach Befund können auch Schmerzmittel oder andere Medikamente zum Einsatz kommen. Denn bei Katzenzähnen gilt: Der wahre Übeltäter versteckt sich gut und sitzt manchmal genau dort, wo ihn niemand sofort entdeckt.

Fritz sagt Ja zum Zähneputzen

Und was bekam Fritz mit auf den Weg? Eine Zahnbürste! Enrico Ruberto empfahl Berna, künftig regelmäßig Fritz’ Zähne zu putzen. Klingt bei einer Katze erst einmal nach einer ziemlich gewagten Mission. Doch regelmäßige Zahnpflege kann helfen, Zahnbelag zu reduzieren und Zähne sowie Zahnfleisch gesund zu halten. Ob König Fritz bei diesem Plan wohl mitspielt? Achtung Spoiler: Nein.

Yasemin Kundler

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Allianz Kundler stellt sicher, dass Ihre Katze bei Zahnschmerzen bestens versorgt ist. Ob Zahnentfernungen oder Wurzelbehandlungen – je nach Tarif übernehmen wir bis zu 100 % der Kosten. Manchmal kann es sein, dass man nicht sofort weiß, wo der Zahn drückt. In dem Fall erstatten wir auch die Kosten für die Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchungen. Teure Behandlungen wie FORL sind so kein Grund zur Sorge mehr.

Natürlich sollen die Zähnchen Ihrer Katze auch gesund und strahlend bleiben: dafür sorgt unser Heilbehandlungsbaustein. Zahnsteinentfernung, Zahnreinigung und Zahnpolitur sind dabei bis zu 100 Euro jährlich abgedeckt. Jeder Tarif ermöglicht es Ihnen zudem, einen Online-Tierarzt zu konsultieren. Das bietet Ihnen zusätzlichen Komfort und spart Kosten.

Übrigens: Fritz hatte wirklich FORL. Aber das ist eine andere Geschichte. Fortsetzung folgt! 🐾

FAQ

Zahnschmerzen bei Katzen bleiben oft unentdeckt, denn unsere Samtpfoten sind echte Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Statt deutlich zu zeigen, dass etwas wehtut, fressen sie vielleicht weniger, ziehen sich zurück oder sind plötzlich gereizter. Genau deshalb lohnt es sich, auch bei kleinen Verhaltensänderungen genauer hinzuschauen. Emmi und Fritz wissen das aus eigener Erfahrung. Die beiden quirligen Katzengeschwister sind unsere Berichterstatter aus erster Pfote. Natürlich selbst bei der Allianz Generalvertretung von David Patrick Kundler in Berlin versichert. Und sie haben schon so manches Abenteuer erlebt. Als Fritz Zahnschmerzen hatte, war seine Laune alles andere als katzenmäßig entspannt. Seinen Frust bekam vor allem Emmi zu spüren, die damals häufiger von ihm geärgert wurde. Erst später wurde klar, was wirklich hinter seinem Verhalten steckte FORL. Fritz’ Geschichte zeigt: Zahnschmerzen sieht man Katzen eben nicht immer an. Manchmal zeigt sich der Schmerz zuerst im Verhalten.

Wer die beiden Samtpfoten und ihre tierischen Freunde noch besser kennenlernen möchte, findet weitere Geschichten in unseren Testimonials von Knut, Emmi, Buddy, Einstein und Co.

Katzen sagen leider nicht „Aua“, wenn der Zahn zwickt. Dafür gibt es einige kleine und größere Hinweise, bei denen Katzenhalter hellhörig werden sollten. Frisst die Katze plötzlich weniger, verliert sie Gewicht oder zieht sie sich häufiger zurück, kann das auf Zahnschmerzen hindeuten. Auch Unruhe oder auffällige Abgeschlagenheit können Warnsignale sein. Ein genauer Blick lohnt sich auch beim Katzenköpfchen: Mundgeruch, vermehrtes Speicheln und häufiges Kopfschütteln können darauf hinweisen, dass im Maul etwas nicht stimmt. Sichtbare Ablagerungen auf den Zähnen, Zahnstein, gerötetes Zahnfleisch oder beschädigte und fehlende Zähne sind ebenfalls Gründe, genauer hinzuschauen. Das Tückische daran: Oft sind es keine riesigen Veränderungen, sondern viele kleine Hinweise. Wer seine Katze gut kennt und plötzlich merkt, dass sie anders frisst oder einfach nicht ganz sie selbst ist, sollte deshalb auch die Zähne im Blick haben.

Zähneputzen bei einer Katze? Klingt erst einmal nach einer kleinen Mission Impossible. Tatsächlich ist regelmäßiges Zähneputzen aber eine der wirksamsten Möglichkeiten, Zahnbelag zu entfernen. Am besten wird die Samtpfote langsam daran gewöhnt. Zum Einsatz kommen eine spezielle Katzenzahnbürste oder ein geeigneter Fingerling und natürlich Zahnpasta für Tiere.

Und die berühmten Brekkies? Normales Trockenfutter ist nicht automatisch eine Zahnbürste zum Knuspern. Viele Kroketten zerbrechen beim Kauen schnell und sollten deshalb nicht mit einer gezielten Zahnpflege gleichgesetzt werden. Anders sieht es bei speziellen Dentalfuttern und Zahnpflegeprodukten aus, deren Wirkung gegen Plaque oder Zahnstein tatsächlich geprüft wurde. Auch die berühmten Matatabi ersetzen die Zahnpflege nicht. Die natürlichen Kaustäbchen werden aus den verholzten Zweigen der Matatabi-Pflanze gewonnen, die auch als Silver Vine bekannt ist. Viele Katzen fahren regelrecht darauf ab und knabbern begeistert daran. Durch das Kauen kann mechanisch etwas Belag abgerieben werden. Als Ersatz fürs Zähneputzen taugen die Stäbchen allerdings nicht. Außerdem sollten Katzen beim Knabbern beaufsichtigt werden. Zerfasert das Holz stark oder lösen sich größere Stücke, gehört das Stäbchen ausgetauscht. Auch rohe Knochen sind keine Zahnbürsten aus der Natur. Beim Kauen können Zähne beschädigt werden oder Knochenstücke zu Verletzungen führen. Vor allem niemals Hühnerknochen verfüttern. Das starke Splittern kann schnell zum Notfall führen. Bei rohem Fleisch kommen mögliche Krankheitserreger hinzu.

Unser Katzenzahn-Fazit: Zähneputzen bleibt der Star im Badezimmer. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen des Katzenmäulchens und tierärztliche Zahnchecks. Matatabi kann für kauwillige Samtpfoten eine spannende Ergänzung sein, sollte aber eher als Knabberspaß mit möglichem mechanischem Nebeneffekt verstanden werden und nicht als Rundum-Zahnpflege.

Oh ja. Dabei beginnt das Ganze ziemlich unspektakulär mit einem Belag, der sich heimlich auf den Zähnen breitmacht: Plaque. Darin tummeln sich jedoch die Übeltäter: Bakterien. Wird der Belag nicht entfernt, kann er durch Mineralien aus dem Speichel verhärten. Aus dem weichen Belag wird Zahnstein und aus einem kleinen Zahnproblem kann eine ziemlich große Baustelle werden. Denn die Bakterien können das Zahnfleisch reizen und eine Entzündung in Gang setzen. Schreitet diese weiter fort, kann daraus eine Parodontitis entstehen. Und die macht leider nicht am Zahnfleisch Halt. Auch der Zahnhalteapparat und sogar der Kieferknochen können Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall verlieren die Zähne buchstäblich den Boden unter den Pfoten und werden locker oder fallen aus. Also: Zähne zeigen, Mieze! Mundgeruch, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, sichtbarer Zahnstein oder plötzliches Zögern am Futternapf sind keine typischen Alterserscheinungen, die man einfach hinnehmen sollte. Sie können Hinweise darauf sein, dass im Katzenmäulchen etwas nicht stimmt. Und weil Katzen Schmerzen gerne meisterhaft überschnurren, gilt einmal mehr: Lieber früh ins Mäulchen schauen lassen, bevor aus ein bisschen Plaque ein echtes Zahnproblem wird.

Wenn es im Katzenmäulchen zwickt, muss nicht immer der Zahn schuld sein. Auch Zahnfleisch, Zahnwurzeln oder die Maulschleimhaut können für ordentlich Aua sorgen. Und weil Katzen uns leider weder den schmerzenden Zahn zeigen noch einen Termin beim Tierarzt vereinbaren, ist ein bisschen Detektivarbeit gefragt. Mögliche Ursachen für Zahnprobleme bei Katzen:

  • Feuer im Mäulchen: Entzündungen können für Katzen äußerst schmerzhaft sein. Viruserkrankungen, verbliebene Zahnwurzelreste oder andere Zahnerkrankungen kommen als Auslöser infrage. Bei einer chronischen Gingivostomatitis können sich Zahnfleisch und Maulschleimhaut stark entzünden.
  • Wenn der Zahn sich selbst abbaut: Bei resorptiven Läsionen wird die Zahnsubstanz nach und nach abgebaut. Besonders fies: Ein Teil dieses Prozesses spielt sich unterhalb des Zahnfleischs ab. Während von außen noch alles halbwegs normal aussehen kann, tut sich darunter bereits einiges.
  • Knack. Und zwar nicht im Futter: Ein abgebrochener oder verletzter Zahn kann ebenfalls heftige Schmerzen verursachen. Besonders kritisch wird es, wenn tiefere Bereiche des Zahns betroffen sind. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, lässt sich mit bloßem Auge nicht immer erkennen.
  • Selten, aber ernst: Auch Tumoren und andere Veränderungen in der Maulhöhle können Schmerzen verursachen. Schwellungen, ungewöhnliche Stellen oder Blutungen gehören immer in tierärztliche Hände.

Und jetzt kommt der Katzen-Kniff: Während wir bei Zahnschmerzen vermutlich längst jammernd einen Termin machen würden, lassen sich Katzen oft erstaunlich wenig anmerken. Plötzlich weniger Appetit, Mundgeruch, stärkeres Speicheln oder ungewohntes Verhalten können deshalb wichtige Hinweise sein. Die wichtigste Regel lautet also: Nicht darauf warten, dass die Katze „Aua“ sagt. Ihr Verhalten sagt es vielleicht schon längst.

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AUTHOR: Dilara Katharina Kundler
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