Mieze hustet, röchelt und würgt. Was will sie uns damit sagen? Zeit, dem Husten auf den Grund zu gehen.
Hustalarm auf vier Pfoten
Husten, röcheln, würgen, knattern: plötzlich ist Frauchens Aufmerksamkeit größer als Mietzes Interesse an der Leckerli Schublade. Denn wenn die eigene Katze hustet, läuft bei Katzeneltern sofort das Gedankenkarussell auf Hochtouren. Hat sie sich nur verschluckt? War da gerade ein Haar im falschen Hals? Oder versucht der sonst so souveräne Stubentiger uns mitzuteilen, dass irgendetwas nicht stimmt? Gerade Katzen, wie unsere Emmi, sind schließlich Meister darin, sich nichts anmerken zu lassen. Eben noch wird majestätisch vom Kratzbaum aus das Wohnzimmer regiert und im nächsten Moment sorgt ein ungewohntes Geräusch für große Fragezeichen. Und weil Husten bei Katzen ganz unterschiedlich aussehen und klingen kann, ist die Verunsicherung oft entsprechend groß. Bevor jetzt allerdings Dr. Google die Sprechstunde übernimmt und aus einem kleinen „Hust“ innerhalb von drei Klicks das ganz große Drama wird, schauen wir genauer hin. Was steckt dahinter, wenn eine Katze hustet, wann sollte man aufmerksam werden und wann ist tierärztlicher Rat gefragt? Zeit für einen kleinen Gesundheitscheck mit Schnurrfaktor.

Asthma statt Attitüde: Wenn die Katze nach Luft ringt
Asthma mit Schnurrhaaren? Gibt es tatsächlich. Wenn Mieze immer wieder hustet, steckt möglicherweise mehr dahinter als ein rebellisches Katzenhaar. Beim Katzenasthma geraten die unteren Atemwege in Aufruhr. Sie entzünden sich und können sich plötzlich verengen. Das Atmen wird dadurch deutlich schwerer und aus einem unscheinbaren Huster kann im Ernstfall akute Atemnot werden. Atmet eine Katze mit offenem Maul oder kämpft sichtbar um Luft, heißt es deshalb: keine Experimente, sondern sofort zum Tierarzt.
Auch Allergien können hinter dem großen Atemwegsdrama stecken. Hausstaubmilben, Pollen oder Schimmel gehören zu den möglichen Verdächtigen. Und manchmal lauert der Übeltäter sogar mitten im vermeintlich blitzsauberen Wohnzimmer. Zigarettenrauch, Duftsprays, aufgewirbelter Staub oder bestimmte Reinigungsmittel können empfindliche Katzenlungen nämlich ordentlich aus dem Takt bringen. Was für uns nach Frühlingswiese, Meeresbrise oder „extra frisch“ duftet, kann Kittys Atemwege wenig begeistern. Was Frauchen in Duftwolke sieben schweben lässt, stinkt der Katzenlunge möglicherweise ganz gewaltig.
Testimonial Fritz
Man sagt, Katzen hätten neun Leben. Gute Vorsorge sorgt dafür, dass Sie keines davon unnötig aufs Spiel setzen müssen.
Einfach mal anmiauen
Pfeifkonzert statt Schnurrsession
Wenn die Katze plötzlich klingt, als hätte sie heimlich das Pfeifen gelernt, lohnt sich ein genauer Blick. Husten, Pfeifen oder Rasseln können auf gereizte Atemwege hindeuten. Bei Asthma tritt der Husten häufig in Schüben auf, während er bei einer Bronchitis auch zum hartnäckigen Dauergast werden kann. Typisch ist außerdem eine angestrengte Atmung, besonders beim Ausatmen. Auch Niesen, Nasenausfluss oder Würgen gehören auf die Beobachtungsliste. Selbst Schluckbeschwerden sind nicht immer bloß automatisch auf Zahnschmerzen zurückzuführen. Bei Schleim, Eiter oder Blut im Auswurf sowie deutlicher Abgeschlagenheit ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Atemnot oder Maulatmung sind dagegen kein Fall für „erst mal beobachten“, sondern ein akutes Warnsignal. Bitte in diesem Fall unbedingt ab zum Tierarzt.

Wenn der Husten Gesellschaft bekommt
Nicht jeder Husten führt direkt zu Asthma oder Bronchitis. Manchmal steckt der Übeltäter ein Stockwerk höher: Auch Katzenschnupfen kann die Atemwege ordentlich durcheinanderbringen. Der Name klingt zwar nach ein bisschen Niesen und einer verschnupften Katzennase, dahinter kann sich jedoch eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit verbergen. Verschiedene Viren und Bakterien können beteiligt sein und insbesondere die Atemwege und Schleimhäute angreifen. Typisch ist, dass der Husten selten allein auftaucht. Niesattacken, Nasenausfluss, Fieber, Schlappheit oder Atemprobleme können sich dazugesellen. Je nach Erreger sind auch Beschwerden im Maul- und Rachenraum möglich. Spätestens wenn aus dem kleinen „Hatschi“ ein ganzes Symptom-Paket wird, gehört die Katze in tierärztliche Hände. Und Katzenschnupfen hat noch einen weiteren Lieblingsschauplatz: die Augen.

Neben Husten und laufender Nase kann Katzenschnupfen auch die Augen Ihrer Katze in Mitleidenschaft ziehen. Eine Augenentzündung liefert Ihnen damit ein weiteres Puzzleteil bei der Suche nach dem Auslöser des Hustens und lässt andere Verdächtige wie Asthma zunächst etwas weiter in den Hintergrund rücken. Hellhörig, oder besser gesagt hellsichtig, sollten Sie werden, wenn die Augen Ihrer Katze plötzlich stärker tränen, gerötet oder geschwollen sind. Auch häufiges Blinzeln, Zusammenkneifen oder Schielen können darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt. Manche Katzen reiben sich zudem auffällig oft mit der Pfote über das betroffene Auge. Treten solche Veränderungen gemeinsam mit Husten, Niesen oder Nasenausfluss auf, können sie wichtige Hinweise auf Katzenschnupfen liefern. Ein eindeutiger Beweis sind sie allerdings nicht, denn auch hinter Augenproblemen können andere Ursachen stecken. Auffällige oder anhaltende Beschwerden sollten Sie deshalb tierärztlich abklären lassen.
80%
der Katzenschnupfen-Fälle werden durch das feline Herpesvirus (FHV-1) und das feline Calicivirus (FCV) verursacht.
Quelle: Tierheim Hannover
Auch das Verhalten Ihrer Katze kann Ihnen Hinweise darauf geben, was hinter dem Husten steckt. Ist sie plötzlich auffällig müde, schläft mehr als gewöhnlich oder zieht sich häufiger zurück, arbeitet der Körper möglicherweise gerade auf Hochtouren gegen eine Erkrankung. Auch der Appetit kann darunter leiden. Bleibt der Futternapf häufiger unangetastet oder frisst Ihre Katze deutlich weniger, sollten Sie genauer hinschauen.

CSI Katzenkorb: Dem Husten auf der Spur
Wie Sie inzwischen erkennen können, ist es gar nicht so einfach, dem Husten Ihrer Katze einen eindeutigen Verursacher zuzuordnen. Asthma, Bronchitis oder eine Infektion können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Selbst mögliche Begleitsymptome liefern nicht immer eine klare Antwort. Genau deshalb sollte wiederkehrender oder auffälliger Husten tierärztlich abgeklärt werden. Doch wie findet der Tierarzt nun heraus, was tatsächlich dahintersteckt? Von den ersten Fragen zu den Beschwerden über die körperliche Untersuchung bis hin zu weiterführenden Untersuchungen führen mehrere Schritte zur Diagnose. Welche das sind schauen wir uns hier & jetzt genauer an.
1. Schritt
Am Anfang heißt es: genau hinschauen und zuhören. Der Tierarzt fragt, seit wann und wie häufig Ihre Katze hustet und ob weitere Beschwerden wie Atemgeräusche, Müdigkeit oder Nasenausfluss auftreten. Anschließend werden Allgemeinzustand und Atmung beurteilt sowie Herz und Lunge abgehört. Diese ersten Hinweise zeigen, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.
Klinische Untersuchung & Anamnese
2. Schritt
Als Nächstes können Röntgen- und Blutuntersuchungen weitere Hinweise liefern. Röntgenbilder können etwa eine überblähte Lunge oder verdickte Bronchialwände zeigen, bei Asthma aber auch unauffällig bleiben. Im Blut können bestimmte Entzündungszellen wie Eosinophile erhöht sein. Eine eindeutige Diagnose ermöglichen diese Befunde allein jedoch nicht.
Blutuntersuchung und Röntgen
3. Schritt
Für eine eindeutige Unterscheidung kann eine bronchoalveoläre Lavage (BAL) notwendig sein. Dabei werden Proben aus den Atemwegen gewonnen und mikroskopisch untersucht. Die Art der Entzündungszellen hilft, Asthma mit eosinophiler Entzündung von einer Bronchitis mit neutrophiler Entzündung abzugrenzen. Die Probenentnahme kann auch im Rahmen einer Bronchoskopie erfolgen.
BAL (bronchoalveoläre Lavage)
4. Schritt
Zum Abschluss sollten auch Parasiten als Ursache ausgeschlossen werden. Insbesondere Lungenwürmer oder Dirofilarien können Beschwerden der Atemwege hervorrufen. Wiederholte Kotuntersuchungen auf Parasitenlarven und Eier können dabei helfen, einen möglichen Wurmbefall nachzuweisen und als Ursache des Hustens einzugrenzen.
Ausschluss von Parasiten
Asthma bestätigt: Und jetzt?
Hat sich der Verdacht bestätigt und Ihr Stubentiger leidet tatsächlich Asthma, richtet sich die Behandlung danach, wie akut und schwer die Beschwerden sind. Das Ziel bleibt dabei immer gleich: die Entzündung der Atemwege bremsen, die Bronchien öffnen und Ihrer Katze oder Ihrem Katerchen wieder entspanntes Durchatmen ermöglichen.

Wenn jeder Atemzug zählt
Besteht der Verdacht auf Asthma, sollte Ihre Katze asap einem Tierarzt vorgestellt werden. Dort hört der Tierarzt Herz und Lunge mit einem Stethoskop ab. Das ist ein medizinisches Hörgerät, mit dem sich Atemgeräusche und Auffälligkeiten der Lunge besser erkennen lassen. So kann der Tierarzt den Verdacht auf Asthma besser einschätzen und weitere Untersuchungen einleiten.
Bei einem akuten Asthmaanfall zählt vor allem eines: Luft bekommen. Je nach Zustand kann der Tierarzt Sauerstoff verabreichen und mit Kortison sowie bronchienerweiternden Medikamenten wie Terbutalin oder Salbutamol gegen die verengten Atemwege vorgehen. Starke Atemnot oder Maulatmung sind ein Notfall und gehören sofort in professionelle und tierärztliche Hände.
Die Diagnose felines Asthma ist oft eine späte. Viele Katzen werden monatelang als „erkältet" oder „mit Bronchitis" behandelt, bevor jemand das richtige Etikett anbringt. In der Zwischenzeit kann die Erkrankung voranschreiten,
Tierheilkundezentrum Nehls
Damit die Bronchien Ruhe geben
Ist die akute Gefahr gebannt, geht es darum, die Atemwege dauerhaft ruhig zu halten. Dafür kommen entzündungshemmende Medikamente wie Prednisolon oder inhalative Kortikosteroide wie Fluticason infrage. Bronchienerweiternde Medikamente können die Therapie ergänzen. Welche Kombination passt, entscheidet der Tierarzt individuell, denn auch beim Katzenasthma gibt es keine Behandlung von der Stange.
Maske auf, Wirkstoff rein
Was beim Menschen funktioniert, kann auch bei Stubentigern zum Einsatz kommen: inhalieren. Dabei gelangen die Wirkstoffe direkt dorthin, wo sie gebraucht werden, nämlich in die Atemwege. Spezielle Inhalationshilfen mit Maske ermöglichen die Anwendung auch bei Katzen. Anfangs dürfte die Begeisterung Ihrer Katze überschaubar sein, mit behutsamem Training lässt sich die Inhalation jedoch häufig gut in den Alltag integrieren.
Testimonial Emmi
Samtpfoten haben ihren eigenen Kopf. Gut, wenn wenigstens bei ihrer Absicherung jemand den Überblick behält.
Miau, schreiben Sie uns
Ist die Behandlung von Katzenasthma abgesichert?
Ja, mit der passenden Katzenkrankenversicherung können auch Behandlungskosten bei neu auftretendem Katzenasthma abgesichert sein. Für Sie bedeutet das: Wird aus gelegentlichem Husten eine behandlungsbedürftige Erkrankung, kann die Katzenkrankenversicherung Sie bei den entstehenden Tierarztkosten finanziell entlasten. Gerade bei Asthma ist das wertvoll, denn häufig gehören Diagnostik, Medikamente und regelmäßige Kontrollen zur Behandlung. Mit dem entsprechenden Heilbehandlungsschutz können ambulante und stationäre Behandlungen ohne Operation im Rahmen der vereinbarten Leistungen übernommen werden. Auch eine längerfristige Therapie mit Medikamenten oder Inhalation kann notwendig sein. Wichtig ist eine rechtzeitige Absicherung Ihrer Katze, da bereits bestehende oder bekannte Erkrankungen ausgeschlossen sein können und vereinbarte Wartezeiten gelten.
Wir beraten Sie gern und freuen uns auf Ihren Kontakt.
Ist Ihre Samtpfote bereits passend versichert und tritt das Asthma anschließend neu auf, können Sie sich auf das Wichtigste konzentrieren: die passende Behandlung und hoffentlich schon bald wieder entspanntes Durchatmen. Noch unsicher? Dann hören Sie doch einfach mal, was unsere Berichterstatter Emmi und Fritz zu erzählen haben. Die beiden Samtpfoten wurden direkt nach ihrem Umzug ins neue Zuhause bei Kundler versichert. So war das lustig-freche Geschwisterpaar von Anfang an bestens abgesichert. Von Impfungen bis hin zu Zahnschmerzen. Aber lesen Sie selbst: Berichte aus erster Pfote sozusagen.
Katzen machen vieles elegant. Sie schleichen lautlos, landen auf vier Pfoten und schaffen es, selbst beim Nichtstun majestätisch auszusehen. Husten gehört allerdings nicht zu ihrem normalen Repertoire. Husten ist zunächst keine Krankheit, sondern ein ziemlich cleverer Schutzreflex des Körpers. Werden Kehlkopf, Luftröhre oder größere Bronchien gereizt, registrieren empfindliche Nervenzellen: „Hier stimmt etwas nicht.“ Und dann startet das eingebaute Reinigungsprogramm: Husten. Mit einem kräftigen Luftstoß versucht der Körper, Schleim, Fremdkörper oder andere störende Reize aus den Atemwegen zu befördern. Man könnte sagen: Der Husten ist der Türsteher der Atemwege. Was dort nicht hingehört, soll möglichst wieder raus. Der entscheidende Punkt bei Katzen ist jedoch: Sie husten normalerweise nur selten. Deshalb ist wiederholter Husten kein Geräusch, das man einfach als kleine Katzen-Marotte abhaken sollte. Besonders wenn er häufiger auftritt, länger anhält oder weitere Beschwerden dazukommen, kann dahinter eine behandlungsbedürftige Erkrankung stecken.
Katzen sind Meister darin, Beschwerden zu überspielen. Wenn eine Katze hustet, macht ihr Körper deshalb etwas ziemlich Unkatziges: Er wird laut. Und genau das sollte man nicht überhören.
Ein kurzer Huster muss noch keine Katastrophe bedeuten. Aber spätestens wenn aus einem „Huch, was war das denn?“ ein „Das macht sie schon wieder …“ wird, gehört die Sache abgeklärt.
Zum Tierarzt sollten Sie insbesondere, wenn:
- der Husten anhält oder immer wieder zurückkommt
- die Hustenanfälle plötzlich sehr heftig beginnen
- die Katze würgt und hustet, aber kein Haarballen zum Vorschein kommt
- Ihre Katze schlapp wirkt
- Ihre Katze weniger frisst
- sich das Verhalten verändert
- bei auffälliger Atmung
Denn hinter Husten können ganz unterschiedliche Ursachen stecken. Je früher die Ursache erkannt wird, desto eher kann gezielt behandelt und verhindert werden, dass sich eine Erkrankung weiter verschlechtert. Eine wichtige Ausnahme: Hat Ihre Katze sichtbar Atemnot, atmet mit offenem Maul, wirken Zunge oder Schleimhäute bläulich oder kollabiert sie, ist das ein Notfall und sie benötigt sofort tierärztliche Hilfe.
Die Antwort, die niemand hören möchte und die trotzdem stimmt: Es kommt darauf an. Katzenhusten hat nämlich keinen eingebauten Countdown. Kein kleines Display blinkt auf und verkündet: „Noch 17 Stunden, dann ist der Spuk vorbei.“ Schade eigentlich. Wurde der Husten nur durch eine kurzfristige Reizung der Atemwege ausgelöst, kann er ebenso schnell verschwinden, wie er gekommen ist. Steckt dagegen eine Infektion dahinter, kann sich der ungebetene Gast länger einnisten. Und bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis kann der Husten immer wieder auf die Bühne zurückkehren, obwohl zwischendurch scheinbar Ruhe herrscht. Deshalb ist die Stoppuhr gar nicht der beste Detektiv. Das Muster ist viel spannender. Hustet Ihre Katze häufiger? Werden die Anfälle kräftiger? Ist tagelang Ruhe und plötzlich geht es wieder los? Frisst sie anders, wirkt sie müder oder verändert sich ihre Atmung? Genau solche Beobachtungen können für den Tierarzt wertvolle Puzzleteile sein. Ein kleines Handyvideo von einem Hustenanfall kann ebenfalls hilfreich sein, denn ausgerechnet in der Praxis präsentieren sich manche Katzen plötzlich, als hätten sie in ihrem ganzen Leben noch nie gehustet. Typisch Katze. Hält der Husten an oder kehrt immer wieder zurück, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Bei Atemnot oder Atmung mit offenem Maul hört allerdings jeder Detektivspaß auf. Dann braucht die Katze sofort tierärztliche Hilfe.
Beim Husten gehen viele Katzen tief, strecken den Hals nach vorne und beginnen zu würgen. Das wirkt täuschend ähnlich wie der Versuch, einen Haarballen loszuwerden. Bleibt der Haarballen jedoch aus und kehren solche Anfälle zurück, lohnt sich ein genauer Blick. Dahinter können Asthma, Bronchitis oder andere Erkrankungen der Atemwege stecken. Auch pfeifende Atemgeräusche oder eine angestrengte Atmung sind wichtige Hinweise. Cleverer Katzeneltern-Trick: Filmen Sie einen Anfall. Beim Tierarzt verwandeln sich manche Katzen nämlich auf wundersame Weise in das „Mir fehlt überhaupt nichts“-Model des Jahres.
Selten heißt nicht automatisch harmlos. Gerade gelegentlicher Husten kann ein kleines Rätsel sein, weil zwischen den Anfällen oft eine völlig unauffällige Katze sitzt. Manchmal reagieren die Atemwege nur kurzfristig auf Staub, Rauch, Duftsprays oder andere Reize. Doch auch Asthma, chronische Bronchitis, Infektionen oder Parasiten können Husten verursachen, der nicht ständig da ist, sondern in Schüben auftaucht. Spannend ist deshalb weniger die Anzahl der Huster als ihr Muster. Passiert es nach dem Toben? Nach dem Katzenklo? Zu bestimmten Tageszeiten? Werden die Abstände kürzer? Ein kleines Husten-Tagebuch oder Video kann bei der tierärztlichen Abklärung überraschend hilfreich sein. Denn auch ein Husten, der nur gelegentlich anklopft, kann etwas Wichtiges zu erzählen haben.
Husten ist keine Krankheit. Husten ist ein Hinweis. Und dahinter können sich ziemlich unterschiedliche Übeltäter verstecken. Ganz vorne stehen Asthma und Bronchitis. Pollen, Hausstaub, Schimmel, Rauch oder Duftsprays können empfindliche Katzenatemwege ordentlich reizen. Aber auch Viren, Bakterien und Mykoplasmen können die Bronchien auf Trab halten und hartnäckigen Husten verursachen. Dann gibt es die Kandidaten, an die man nicht sofort denkt: Lungenwürmer und andere Parasiten. Oder etwas ganz Banales mit großer Wirkung: Ein Grashalm oder Fremdkörper im Rachen kann ebenfalls Husten, Würgen oder auffälliges Schlucken auslösen.
Die häufigsten Verdächtigen auf einen Blick:
- Asthma
- Akute oder chronische Bronchitis
- Viren, Bakterien und Mykoplasmen
- Lungenwürmer und andere Parasiten
- Grashalme oder andere Fremdkörper
- Pollen, Staub, Schimmel und andere Allergene
- Rauch, Duftsprays und andere Reizstoffe
- Erkrankungen von Nase, Rachen oder Kehlkopf
- Herzerkrankungen: eher selten als Ursache von Husten
Ein Symptom, viele mögliche Täter. Deshalb gilt bei wiederkehrendem Husten: Ursache finden statt Ursache raten. Also ab zum Tierarzt!
Asthma bedeutet: Die Atemwege geraten auf eigentlich harmlose Dinge viel zu heftig in Alarmbereitschaft.
Beim felinen Asthma reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eingeatmete Stoffe. Die Bronchien entzünden sich, verengen sich krampfartig und produzieren mehr Schleim. Plötzlich muss dieselbe Luft durch deutlich weniger Platz. Genau das kann Husten, pfeifende Atemgeräusche und Atemnot auslösen. Asthma ist chronisch und kann grundsätzlich jede Katze treffen. Häufig beginnt es bei jüngeren bis mittelalten Katzen; Siamkatzen scheinen öfter betroffen zu sein.
Einige Provokateure, die unscheinbar durch den Alltag schweben sind:
- Zigarettenrauch
- Duftsprays und Raumdüfte
- Staub und Hausstaubmilben
- Schimmelpilze
- Pollen und Gräser
- Abgase und andere Reizstoffe
Ein Husten macht noch kein Asthma. Er ist eher die rote Warnleuchte im Katzen-Cockpit: Man weiß, dass irgendwo etwas nicht rundläuft, aber noch nicht, was dahintersteckt. Asthma ist eine mögliche Ursache, aber längst nicht die einzige. Auch Bronchitis, Infektionen, Lungenwürmer und andere Parasiten, Fremdkörper oder seltener Tumoren können die Atemwege reizen und Husten auslösen. Das Gemeine daran: Völlig verschiedene Ursachen können von außen nahezu gleich aussehen. Selbst ein typischer Hustenanfall verrät deshalb nicht zuverlässig, was in den Bronchien tatsächlich passiert. Darum gehört wiederkehrender Husten in tierärztliche Hände. Nicht, weil es gleich etwas Dramatisches sein muss, sondern weil Raten keine Diagnose ersetzt.
Asthma kommt bei Katzen nicht immer mit großem Auftritt. Manchmal beginnt es mit einem einzigen Geräusch, das irgendwie nicht zur Katze passt. Typisch ist ein trockener, wiederkehrender Husten. Manche Katzen gehen dabei tief in die Hocke, strecken Kopf und Hals nach vorne und wirken, als wollten sie einen Haarballen hochwürgen. Nur: Der vermeintliche Haarballen kommt einfach nicht. Weitere Hinweise können pfeifende Atemgeräusche, eine schnellere oder angestrengte Atmung und Atemnot sein. Zwischen den Anfällen kann die Katze wiederum völlig normal wirken. Genau das macht Asthma so leicht zu übersehen.
Die beste Hustenattacke ist die, die gar nicht erst auf die Bühne kommt. Und dafür lohnt sich ein Blick auf etwas, das man nicht sieht: die Luft, die Ihre Katze jeden Tag einatmet. Gerade empfindliche Katzenatemwege mögen es möglichst rauchfrei, duftarm und staubarm. Zigarettenrauch, Duftsprays, Räucherstäbchen oder stark parfümierte Produkte können die Atemwege reizen. Auch beim Katzenklo lohnt sich ein kritischer Blick: Je weniger die Streu staubt, desto weniger landet davon in der Katzennase.
Was Sie konkret tun können:
- Wohnung konsequent rauchfrei halten
- Duftsprays, Duftkerzen und Räucherstäbchen möglichst vermeiden
- regelmäßig saugen und Staub reduzieren
- staubarme Katzenstreu wählen
- bei Bedarf einen geeigneten Luftreiniger einsetzen
- Hustenanfälle filmen und in einem Symptom-Tagebuch festhalten
Ganz verhindern lässt sich Husten damit natürlich nicht. Infektionen, Parasiten oder andere Erkrankungen lassen sich nicht einfach wegstaubsaugen. Aber saubere Luft ist für Katzenlungen ein ziemlich gutes Geschenk. Man muss es nicht einmal in Geschenkpapier wickeln.