Meine Katze hustet:
Was dahintersteckt

Author: Dilara Katharina Kundler
dilarakatharina.kundler@allianz.de

Mieze hustet, röchelt und würgt. Was will sie uns damit sagen? Zeit, dem Husten auf den Grund zu gehen.

Hustalarm auf vier Pfoten

Husten, röcheln, würgen, knattern: plötzlich ist Frauchens Aufmerksamkeit größer als Mietzes Interesse an der Leckerli Schublade. Denn wenn die eigene Katze hustet, läuft bei Katzeneltern sofort das Gedankenkarussell auf Hochtouren. Hat sie sich nur verschluckt? War da gerade ein Haar im falschen Hals? Oder versucht der sonst so souveräne Stubentiger uns mitzuteilen, dass irgendetwas nicht stimmt? Gerade Katzen sind schließlich Meister darin, sich nichts anmerken zu lassen. Eben noch wird majestätisch vom Kratzbaum aus das Wohnzimmer regiert und im nächsten Moment sorgt ein ungewohntes Geräusch für große Fragezeichen. Und weil Husten bei Katzen ganz unterschiedlich aussehen und klingen kann, ist die Verunsicherung oft entsprechend groß. Bevor jetzt allerdings Dr. Google die Sprechstunde übernimmt und aus einem kleinen „Hust“ innerhalb von drei Klicks das ganz große Drama wird, schauen wir genauer hin. Was steckt dahinter, wenn eine Katze hustet, wann sollte man aufmerksam werden und wann ist tierärztlicher Rat gefragt? Zeit für einen kleinen Gesundheitscheck mit Schnurrfaktor.

Asthma statt Attitüde: Wenn die Katze nach Luft ringt

Asthma mit Schnurrhaaren? Gibt es tatsächlich. Wenn Mieze immer wieder hustet, steckt möglicherweise mehr dahinter als ein rebellisches Katzenhaar. Beim Katzenasthma geraten die unteren Atemwege in Aufruhr. Sie entzünden sich und können sich plötzlich verengen. Das Atmen wird dadurch deutlich schwerer und aus einem unscheinbaren Huster kann im Ernstfall akute Atemnot werden. Atmet eine Katze mit offenem Maul oder kämpft sichtbar um Luft, heißt es deshalb: keine Experimente, sondern sofort zum Tierarzt.

5%

der Siamkatzen sind von Erkrankungen der unteren Atemwege betroffen und deutlich anfälliger für Asthma.

Quelle: Univ. Prof. Dr. vet. Reinhard Hirt

Auch Allergien können hinter dem großen Atemwegsdrama stecken. Hausstaubmilben, Pollen oder Schimmel gehören zu den möglichen Verdächtigen. Und manchmal lauert der Übeltäter sogar mitten im vermeintlich blitzsauberen Wohnzimmer. Zigarettenrauch, Duftsprays, aufgewirbelter Staub oder bestimmte Reinigungsmittel können empfindliche Katzenlungen nämlich ordentlich aus dem Takt bringen. Was für uns nach Frühlingswiese, Meeresbrise oder „extra frisch“ duftet, kann Kittys Atemwege wenig begeistern. Was Frauchen in Duftwolke sieben schweben lässt, stinkt der Katzenlunge möglicherweise ganz gewaltig.

Dilara Kundler

Man sagt, Katzen hätten neun Leben. Gute Vorsorge sorgt dafür, dass sie keines davon unnötig aufs Spiel setzen müssen.

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Pfeifkonzert statt Schnurrsession

Wenn die Katze plötzlich klingt, als hätte sie heimlich das Pfeifen gelernt, lohnt sich ein genauer Blick. Husten, Pfeifen oder Rasseln können auf gereizte Atemwege hindeuten. Bei Asthma tritt der Husten häufig in Schüben auf, während er bei einer Bronchitis auch zum hartnäckigen Dauergast werden kann. Typisch ist außerdem eine angestrengte Atmung, besonders beim Ausatmen. Auch Niesen, Nasenausfluss, Würgen oder Schluckbeschwerden gehören auf die Beobachtungsliste. Bei Schleim, Eiter oder Blut im Auswurf sowie deutlicher Abgeschlagenheit ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Atemnot oder Maulatmung sind dagegen kein Fall für „erst mal beobachten“, sondern ein akutes Warnsignal. Bitte in diesem Fall unbedingt ab zum Tierarzt.

Wenn der Husten Gesellschaft bekommt

Nicht jeder Husten führt direkt zu Asthma oder Bronchitis. Manchmal steckt der Übeltäter ein Stockwerk höher: Auch Katzenschnupfen kann die Atemwege ordentlich durcheinanderbringen. Der Name klingt zwar nach ein bisschen Niesen und einer verschnupften Katzennase, dahinter kann sich jedoch eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit verbergen. Verschiedene Viren und Bakterien können beteiligt sein und insbesondere die Atemwege und Schleimhäute angreifen. Typisch ist, dass der Husten selten allein auftaucht. Niesattacken, Nasenausfluss, Fieber, Schlappheit oder Atemprobleme können sich dazugesellen. Je nach Erreger sind auch Beschwerden im Maul- und Rachenraum möglich. Spätestens wenn aus dem kleinen „Hatschi“ ein ganzes Symptom-Paket wird, gehört die Katze in tierärztliche Hände. Und Katzenschnupfen hat noch einen weiteren Lieblingsschauplatz: die Augen.

Neben Husten und laufender Nase kann Katzenschnupfen auch die Augen Ihrer Katze in Mitleidenschaft ziehen. Eine Augenentzündung liefert Ihnen damit ein weiteres Puzzleteil bei der Suche nach dem Auslöser des Hustens und lässt andere Verdächtige wie Asthma zunächst etwas weiter in den Hintergrund rücken. Hellhörig, oder besser gesagt hellsichtig, sollten Sie werden, wenn die Augen Ihrer Katze plötzlich stärker tränen, gerötet oder geschwollen sind. Auch häufiges Blinzeln, Zusammenkneifen oder Schielen können darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt. Manche Katzen reiben sich zudem auffällig oft mit der Pfote über das betroffene Auge. Treten solche Veränderungen gemeinsam mit Husten, Niesen oder Nasenausfluss auf, können sie wichtige Hinweise auf Katzenschnupfen liefern. Ein eindeutiger Beweis sind sie allerdings nicht, denn auch hinter Augenproblemen können andere Ursachen stecken. Auffällige oder anhaltende Beschwerden sollten Sie deshalb tierärztlich abklären lassen.

80%

der Katzenschnupfen-Fälle werden durch das feline Herpesvirus (FHV-1) und das feline Calicivirus (FCV) verursacht.

Quelle: Tierheim Hannover

Auch das Verhalten Ihrer Katze kann Ihnen Hinweise darauf geben, was hinter dem Husten steckt. Ist sie plötzlich auffällig müde, schläft mehr als gewöhnlich oder zieht sich häufiger zurück, arbeitet der Körper möglicherweise gerade auf Hochtouren gegen eine Erkrankung. Auch der Appetit kann darunter leiden. Bleibt der Futternapf häufiger unangetastet oder frisst Ihre Katze deutlich weniger, sollten Sie genauer hinschauen.

CSI Katzenkorb: Dem Husten auf der Spur

Wie Sie inzwischen erkennen können, ist es gar nicht so einfach, dem Husten Ihrer Katze einen eindeutigen Verursacher zuzuordnen. Asthma, Bronchitis oder eine Infektion können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Selbst mögliche Begleitsymptome liefern nicht immer eine klare Antwort. Genau deshalb sollte wiederkehrender oder auffälliger Husten tierärztlich abgeklärt werden. Doch wie findet der Tierarzt nun heraus, was tatsächlich dahintersteckt? Von den ersten Fragen zu den Beschwerden über die körperliche Untersuchung bis hin zu weiterführenden Untersuchungen führen mehrere Schritte zur Diagnose. Welche das sind schauen wir uns hier & jetzt genauer an.

1
1. Schritt

Am Anfang heißt es: genau hinschauen und zuhören. Der Tierarzt fragt, seit wann und wie häufig Ihre Katze hustet und ob weitere Beschwerden wie Atemgeräusche, Müdigkeit oder Nasenausfluss auftreten. Anschließend werden Allgemeinzustand und Atmung beurteilt sowie Herz und Lunge abgehört. Diese ersten Hinweise zeigen, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.

2
2. Schritt

Als Nächstes können Röntgen- und Blutuntersuchungen weitere Hinweise liefern. Röntgenbilder können etwa eine überblähte Lunge oder verdickte Bronchialwände zeigen, bei Asthma aber auch unauffällig bleiben. Im Blut können bestimmte Entzündungszellen wie Eosinophile erhöht sein. Eine eindeutige Diagnose ermöglichen diese Befunde allein jedoch nicht.

3
3. Schritt

Für eine eindeutige Unterscheidung kann eine bronchoalveoläre Lavage (BAL) notwendig sein. Dabei werden Proben aus den Atemwegen gewonnen und mikroskopisch untersucht. Die Art der Entzündungszellen hilft, Asthma mit eosinophiler Entzündung von einer Bronchitis mit neutrophiler Entzündung abzugrenzen. Die Probenentnahme kann auch im Rahmen einer Bronchoskopie erfolgen.

4
4. Schritt

Zum Abschluss sollten auch Parasiten als Ursache ausgeschlossen werden. Insbesondere Lungenwürmer oder Dirofilarien können Beschwerden der Atemwege hervorrufen. Wiederholte Kotuntersuchungen auf Parasitenlarven und Eier können dabei helfen, einen möglichen Wurmbefall nachzuweisen und als Ursache des Hustens einzugrenzen.

Asthma bestätigt: Und jetzt?

Hat sich der Verdacht bestätigt und Ihr Stubentiger leidet tatsächlich Asthma, richtet sich die Behandlung danach, wie akut und schwer die Beschwerden sind. Das Ziel bleibt dabei immer gleich: die Entzündung der Atemwege bremsen, die Bronchien öffnen und Ihrer Katze oder Ihrem Katerchen wieder entspanntes Durchatmen ermöglichen.

Wenn jeder Atemzug zählt

Besteht der Verdacht auf Asthma, sollte Ihre Katze asap einem Tierarzt vorgestellt werden. Dort hört der Tierarzt Herz und Lunge mit einem Stethoskop ab. Das ist ein medizinisches Hörgerät, mit dem sich Atemgeräusche und Auffälligkeiten der Lunge besser erkennen lassen. So kann der Tierarzt den Verdacht auf Asthma besser einschätzen und weitere Untersuchungen einleiten.

Bei einem akuten Asthmaanfall zählt vor allem eines: Luft bekommen. Je nach Zustand kann der Tierarzt Sauerstoff verabreichen und mit Kortison sowie bronchienerweiternden Medikamenten wie Terbutalin oder Salbutamol gegen die verengten Atemwege vorgehen. Starke Atemnot oder Maulatmung sind ein Notfall und gehören sofort in professionelle und tierärztliche Hände.

Die Diagnose felines Asthma ist oft eine späte. Viele Katzen werden monatelang als „erkältet" oder „mit Bronchitis" behandelt, bevor jemand das richtige Etikett anbringt. In der Zwischenzeit kann die Erkrankung voranschreiten,

Tierheilkundezentrum Nehls

Damit die Bronchien Ruhe geben

Ist die akute Gefahr gebannt, geht es darum, die Atemwege dauerhaft ruhig zu halten. Dafür kommen entzündungshemmende Medikamente wie Prednisolon oder inhalative Kortikosteroide wie Fluticason infrage. Bronchienerweiternde Medikamente können die Therapie ergänzen. Welche Kombination passt, entscheidet der Tierarzt individuell, denn auch beim Katzenasthma gibt es keine Behandlung von der Stange.

Maske auf, Wirkstoff rein

Was beim Menschen funktioniert, kann auch bei Stubentigern zum Einsatz kommen: inhalieren. Dabei gelangen die Wirkstoffe direkt dorthin, wo sie gebraucht werden, nämlich in die Atemwege. Spezielle Inhalationshilfen mit Maske ermöglichen die Anwendung auch bei Katzen. Anfangs dürfte die Begeisterung Ihrer Katze überschaubar sein, mit behutsamem Training lässt sich die Inhalation jedoch häufig gut in den Alltag integrieren.

Yasemin Kundler

Samtpfoten haben ihren eigenen Kopf. Gut, wenn wenigstens bei ihrer Absicherung jemand den Überblick behält.

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Ist die Behandlung von Katzenasthma abgesichert?

Ja, mit der passenden Katzenkrankenversicherung können auch Behandlungskosten bei neu auftretendem Katzenasthma abgesichert sein. Für Sie bedeutet das: Wird aus gelegentlichem Husten eine behandlungsbedürftige Erkrankung, kann die Katzenkrankenversicherung Sie bei den entstehenden Tierarztkosten finanziell entlasten. Gerade bei Asthma ist das wertvoll, denn häufig gehören Diagnostik, Medikamente und regelmäßige Kontrollen zur Behandlung. Mit dem entsprechenden Heilbehandlungsschutz können ambulante und stationäre Behandlungen ohne Operation im Rahmen der vereinbarten Leistungen übernommen werden. Auch eine längerfristige Therapie mit Medikamenten oder Inhalation kann notwendig sein. Wichtig ist eine rechtzeitige Absicherung Ihrer Katze, da bereits bestehende oder bekannte Erkrankungen ausgeschlossen sein können und vereinbarte Wartezeiten gelten.

Wir beraten Sie gern und freuen uns auf Ihren Kontakt.

Ist Ihre Samtpfote bereits passend versichert und tritt das Asthma anschließend neu auf, können Sie sich auf das Wichtigste konzentrieren: die passende Behandlung und hoffentlich schon bald wieder entspanntes Durchatmen.

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