Ist barfen für den Hund wirklich gut?

Author: Jana Hartung
jana@bookabrain.de

Erfahren Sie ob barfen wirklich gut für Ihren Hund ist und worauf Sie unbedingt achten sollten!

BARF nennt man eine Ernährungsmethode, bei der Haustiere ausschließlich naturbelassenes Futter, also rohes Fleisch, rohen Fisch, frische Innereien und Knochen, erhalten. Meist wird die Nahrung noch um rohes Gemüse, Obst, Nüsse und kaltgepresste Öle ergänzt. Gekochte Lebensmittel oder konventionelles Industriefutter sind komplett vom Futterplan verbannt. Durch Barfen wollen Tierhalter die natürliche Ernährung von Wölfen und Wildhunden imitieren. Dieses Vorgehen soll der Gesundheitsprophylaxe der Tiere dienen. Das Kürzel BARF steht für „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Wobei nicht nur Hunde nach der Methode ernährt werden, sondern auch Katzen.

Doch die Rohfütterung birgt nach aktuellem Stand der Tierernährungsforschung Risiken, auf die wir im Folgenden aufmerksam machen möchten.

Generell gilt: Eine bedarfsgerechte Rohfütterung erfordert Kenntnisse in Tierernährung und Futtermittelkunde. Wenn sich ein Tierhalter also fürs Barfen entscheidet, raten wir, unbedingt einen spezialisierten Tierarzt zu konsultieren, der die Rationen berechnet und einen Futterplan erstellt

 „Der Wolf im Pudelpelz?

Eine kürzlich in der renommierten Zeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie beantwortet diese Frage, die sich viele Hundebesitzer stellen, jetzt eindeutig. In Zeiten von BARF, getreidefreiem oder vegetarischem Hundefutter und anderen Fütterungs-Trends fragen sich immer mehr verunsicherte Hundebesitzer, was Ihr Hund denn nun eigentlich fressen sollte. Viele orientieren sich dabei an den Fressgewohnheiten des Wolfes, doch neueste genetische Untersuchungen zeigen: Ein Hund ist auch was das Fressen anbelangt schon längst kein Wolf mehr!

Erkenntnisse, die Anfang 2013 im renommierten Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, zeigen sogar einen deutlichen Unterschied zwischen den Ernährungsbedürfnissen von Hunden und Wölfen:

Im Zuge der Domestikation haben Hunde es geschafft, sich an die menschliche Ernährung anzupassen. Mit dem Aufkommen des Ackerbaus vor etwa zehntausend Jahren entwickelte sich sowohl bei uns Menschen als auch bei unseren Hunden die Fähigkeit, größere Mengen Stärke zu verdauen und als Energiequelle zu nutzen. Das Leben von Mensch und Hund war schon vor tausenden von Jahren so eng verbunden, dass ihre Evolution was die Ernährung anging parallel verlief.

Genetiker Robert Wayne fasst die Erkenntnisse des Genom-Vergleichs von Wölfen und Hunden so zusammen: „Jeden Tag bekomme ich eine e-Mail von einem Hundebesitzer, der wissen möchte, ob er seinen Hund füttern soll wie einen Wolf. Ich denke, diese Studie beantwortet die Frage: Nein!“

Hier gehts zur Zusammenfassung der Studie (auf Englisch)

36

Regionen im Erbgut von Hunden und Wölfen sind unterschiedlich. An der Stärkeverdauung und am Fettstoffwechsel sind davon allein 10 beteiligt.

Quelle: Tierarzt Schmitten

Durch eine BARF-Ration soll die natürliche Ernährung eines Wolfs nachgestellt werden. Jedoch ist eine solche Ration nicht mit der Ganzkörper-Fütterung zu vergleichen, da die Bestandteile der Futterration nur einen Teil des Tierkörpers darstellen. Auch der Vergleich von Wolf und Hund ist problematisch, da sich der Hund sowohl anatomisch als auch genetisch vom Wolf unterscheidet: 36 Regionen des Genoms von Hunden und Wölfen unterscheiden sich. Allein 10 dieser Regionen spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Stärke und im Fettstoffwechsel. Hunde weisen gegenüber Wölfen eine signifikant effektivere Stärkeverdauung auf. Dies wird von Wissenschaftlern als Anpassung an das Zusammenleben mit dem Menschen und seine stärkehaltige Ernährung interpretiert.
Zudem kann man den Energieverbrauch von Hunden und Wölfen in freier Wildbahn nicht miteinander vergleichen – Wölfe können bis zu 100 Kilometer in einer Nacht laufen. Vor allem im Winter benötigen sie zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur zusätzliche Energie, sodass ein Wolf 10 bis 21 % seines Körpergewichts täglich an Nahrung aufnehmen muss. Die Empfehlungen für den Hund hingegen rangieren bei 2 % laut populärwissenschaftlicher Literatur. Das bedeutet, dass der Hund, verglichen mit dem Wolf, aufgrund des geringeren Energiebedarfes mit einer geringeren Futtermenge auch nur einen geringeren Teil ggf. benötigter organischer und anorganischer Markro-und Mikronährstoffe (Mineralstoffe und Vitamine) mit seiner Tagesration aufnimmt. Fehlende essentielle Nährstoffe müssen deswegen mit Supplementen ausgeglichen werden.

Dilara Kundler

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Die BARF Argumentationen

Argumente die sich für das bargen aussprechen. Hauptargument Wolf bereits erwähnt. Weiter mit den gängigsten Argumenten

Argument 1: „Barfen ist für die Zähne gut „

Jedoch gibt es dazu widersprüchliche Aussagen verschiedener Studien, sodass keine endgültige Empfehlung hinsichtlich der Zahnprophylaxe gegeben werden kann. Aus Studien an Wildtieren weiß man, dass 41 % der Wildhunde in Afrika an Peridontitiden leiden. Durch das Zerbeißen großer Knochen kann es außerdem zu Zahnfrakturen kommen. Bei Wildtieren sind vor allem die Canini betroffen.

Im Falle einer Futtermittel-Allergie kann sich die Rohfütterung bewähren. Denn hier ist dem Besitzer die genaue Zusammensetzung bekannt und unverträgliche Bestandteile lassen sich beim Barfen ausschließen.

Argument 2: „Starke Kaumuskulatur„

Es stimmt, dass ältere Hunde manchmal etwas langsamer und ruhiger werden. Aber Depression kann Hunde jeden Alters treffen. Auch junge Hunde können depressive Symptome zeigen, besonders wenn es große Veränderungen gibt, wie einen Umzug, neue Haustiere oder der Verlust einer Bezugsperson.

Depression ist nicht an das Alter gebunden. Hunde jeden Alters können traurig oder gestresst sein. Zum Beispiel, wenn sie sich in ihrer Umgebung nicht wohlfühlen oder sich einsam fühlen. Auch hier erklärt die AVMA, dass emotionale Probleme bei Hunden in allen Lebensphasen auftreten können.

Egal, ob jung oder alt: Wenn Ihr Hund Anzeichen von Traurigkeit zeigt, sollten Sie das nicht ignorieren. Ein Besuch beim Tierarzt oder Tiertherapeut kann klären, ob es ihm gut geht oder ob er vielleicht Unterstützung braucht.

Argument 3: „Kommerzielle Hundefutter sind ungesund“

Depressive Phasen bei Hunden gehen einfach von selbst vorbei? Das stimmt leider nicht. Genau wie bei Menschen kann eine Depression bei Hunden lange dauern oder schlimmer werden, wenn man nichts tut. Wenn ein Hund traurig wirkt, sich zurückzieht, nicht mehr frisst oder spielt, sollte man das ernst nehmen.

Ohne Hilfe kann es dem Hund schlechter gehen. Tierärzte und Experten raten, bei den ersten Anzeichen zu reagieren. Eine Änderung der täglichen Abläufe, mehr Bewegung und geistige Anregung sowie professionelle Hilfe können dem Hund helfen, sich zu erholen.

Depressionen bei Hunden brauchen also genauso viel Aufmerksamkeit und Pflege wie bei uns Menschen.

13%

der Hundebesitzer berichten, dass ihre Hunde Anzeichen von Stress oder Angst zeigen, wenn sie zuhause allein gelassen werden.

Quelle: PDSA Animal Wellbeing Report

Argument 4: „Der Hund stammt vom Wolf ab“

Ein neuer Hund im Haushalt kann leider keine Depression heilen. Viele glauben, dass ein neuer Spielkamerad einem traurigen Hund hilft, wieder glücklich zu werden. Doch ein depressiver Hund braucht mehr als nur Gesellschaft. Ein neuer Hund kann sogar zusätzlichen Stress verursachen, wenn der betroffene Hund noch nicht bereit ist.

Depression bei Hunden muss anders behandelt werden. Wichtiger sind viel Geduld, Liebe, eine feste Routine und manchmal auch professionelle Hilfe. Nur so kann ein depressiver Hund langsam wieder Freude finden.

Argument 5: „Also sollten auch Hunde ausschließlich rohe Nahrung“

Aber wenn sich zwei Hunde gut verstehen, können sie auch viel Trost und Freude im Alltag finden. Es gibt kaum etwas Schöneres, als zwei Fellnasen zu sehen, die gemeinsam spielen und sich gegenseitig stützen. Das braucht jedoch Zeit und Feingefühl. Ein neuer Hund allein wird das Problem nicht lösen, sondern sollte gut überlegt sein.

 „Der Wolf im Pudelpelz?

Depressionen bei Hunden können sich auf verschiedene Weise zeigen. Manche Symptome wirken zunächst harmlos, wie etwa vermehrtes Schlafen oder weniger Lust auf Spaziergänge. Doch wenn diese Anzeichen über einen längeren Zeitraum auftreten, sollte man sie ernst nehmen. Hier sind die häufigsten Symptome:

  • Appetitverlust oder ungewohnt gesteigerter Appetit
  • Rückzug und wenig Interesse an Spielen oder Aktivitäten
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlafprobleme
  • Teilnahmslosigkeit und Lustlosigkeit
  • Wenig soziale Interaktion, wie weniger Streicheleinheiten oder Nähe
  • Lethargie, der Hund wirkt müde und hat wenig Energie
  • Reizbarkeit oder erhöhte Unruhe
  • Trauriger, leerer Blick
  • Verlust der Stubenreinheit (seltener)

“Homöopathische Mittel wie Bachblüten können sanft beruhigend wirken. Bis sie ihre volle Wirkung entfalten, können jedoch bis zu drei Monate vergehen.”

TIERARZT PETER ROSIN

Wie diagnostiziert Tierarzt Peter Rosin eine Depression beim Hund?

Tierarzt Peter Rosin geht Schritt für Schritt vor, um eine Depression bei einem Hund festzustellen. Eine solche Diagnose braucht Zeit, weil zuerst körperliche Ursachen ausgeschlossen werden müssen. So läuft das ab:

  1. Körperliche Untersuchung
  2. Verhaltensanalyse
  3. Depression feststellen
  4. Behandlung
1
Phase 1

Zuerst wird der Hund untersucht. Peter Rosin prüft dabei gründlich, ob der Hund Schmerzen hat oder vielleicht eine Störung der Schilddrüse. Das kann ein verändertes Verhalten erklären. Außerdem erstellt er ein Blutbild zur genauen Diagnose.

Körperliche Untersuchung
2
Phase 2

Wenn der Hund gesund ist, fragt Peter Rosin nach Veränderungen. Gab es einen Umzug, ist jemand gestorben, oder ist der Hund oft allein? Das kann Hunde traurig machen. Auch ein neues Familienmitglied kann sie stark verunsichern.

Verhaltensanalyse
3
Phase 3

Erst wenn alles andere ausgeschlossen wurde und die Verhaltensänderungen länger andauern, spricht Peter Rosin von einer Depression. Der Hund wirkt dann traurig, müde oder zurückgezogen ohne erkennbare körperliche Ursache.

Depression feststellen
4
Phase 4

Diese Behandlung umfasst oft Tipps zu Bewegung, feste Tagesabläufe und viel Zuwendung. Es kann Homöopathie oder, wenn nötig, Antidepressiva zum Einsatz kommen. Peter Rosin arbeitet außerdem mit Verhaltenstherapeuten zusammen.

Behandlung

Durch diesen Ablauf kann Peter Rosin herausfinden, ob der Hund depressiv ist, und ihm die richtige Hilfe bieten. Dazu gehören Schmerzbehandlungen, wenn der Hund Schmerzen hat, Tipps zur Veränderung des Alltags, Ratschläge für den Umgang mit dem Hund und natürliche und medikamentöse Mittel.

Die wichtigsten Regeln

1.XXXXXX
Neben Fleisch und Knochen dürfen auch pflanzliche Fasern und Vitamine im Futter nicht fehlen.

.2. XXXXXX
Getreide sollte erhitzt werden, damit die Kohlenhydrate aufgeschlossen werden.

3. XXXXX
Gemüse kann in rohem oder gekochtem Zustand beigesetzt werden. Wird es zerkleinert, ist die Verdaulichkeit der wasserlöslichen Vitamine besser.

Rationsüberprüfung ?

Eine optimale Deckung des Energie- und Nährstoffbedarfs trägt zur Gesundheit Ihres Tieres bei und verhindert langfristige Schäden. Um langfristig schädliche Folgen einer unausgewogenen Ernährung zu vermeiden, empfehlen wir grundsätzlich eine Rationsüberprüfung und Futter-Anpassung an dafür qualifizierten Instituten.

4. XXXX
Der Zusatz von Öl verbessert die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine.

5. XXXXX
Neben Fleisch und Knochen dürfen auch pflanzliche Fasern und Vitamine im Futter nicht fehlen.

6. XXXXX
Ein ausgewogenes Kalzium und Phosphor-Verhältnis ist wichtig für Wachstum und Knochenaufbau und sollte zwischen 1,3 : 1 bis 2 : 1 liegen.

7. XXXX
Vorsicht bei dem Verfüttern von Schlund! Dies kann zu einer Hyperthyreose beim Tier führen.

8. Vorsicht vor Krankheitserregern 
Achten Sie zu Ihrem eigenen Schutz darauf, dass Sie das rohe Fleisch von zuverlässigen Anbietern oder in gefrorenem Zustand (ohne Unterbrechung der Kühlkette) kaufen, damit Sie das Risiko für Krankheitserreger, wie z.B. Viren, Bakterien oder Parasiten minimieren.

9. Gefahr für den Menschen
Sehr gefährlich insbesondere für uns Menschen sind Salmonellen, Bandwurm-Finnen, Toxoplasmen und Trichinen, die im rohen Fleisch vorhanden sein können.

10. Kein Schweinefleisch
Die für unsere Haustiere tödlich verlaufende Aujeszkysche Erkrankung kann über rohes Schweinefleisch übertragen werden. Es sollte daher keinesfalls verfüttert werden.

Yasemin Kundler

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Hundekrankenversicherung

Was ist bei Allianz Kundler abgedeckt?

Eine Hunde­kranken­versicherung schützt Sie vor hohen Tierarzt­rechnungen. Allianz Kundler über­nimmt unter anderem Kosten für Operationen und Untersuchungen. Wir übernehmen auch Kosten für Physiotherapie um den Hund nach einer Operation oder Verletzung wieder gesundzumachen. Dazu zählen Massagen und Bewegungstherapie. Zudem sind sanfte Heilmethoden wie Homöopathie durch einen Zusatzbaustein abgedeckt.

In jedem Tarif können Sie außerdem kostenlos mit einem Online-Tierarzt sprechen, um schnelle Hilfe zu ermöglichen. So wird Ihr Hund bestens betreut. Denn glückliche Hunde sind die besten Freunde!

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